American History X

American History X crime, drama
Kinostart 20.11.1998
Schauspieler Edward Norton, Edward Furlong, Beverly D'Angelo, Jennifer Lien, Avery Brooks, Ethan Suplee, Fairuza Balk, Elliott Gould, Stacy Keach, William Russ, Guy Torry, Antonio David Lyons, Alex Sol, Keram Malicki-Sánchez, Giuseppe Andrews, Christopher Masterson, Paul Le Mat, Cherish Lee, Anne Lambton, Danso Gordon, Jim Norton, Paul Hopkins, Sydney 'Big Dawg' Colston, Allie Moss, Glendon Rich, Joe Cortese, Jason Bose Smith, Michelle Christine White, Jonathan Fowler Jr., Nicholas R. Oleson, Jordan Marder, Thomas L. Bellissimo, Sam Vlahos, Tara Blanchard, Steve Wolford, Richard Noyce, David Basulto, Alexis Rose Coen, Kiante Elam, Keith Odett, Paul E. Short, Nigel Miguel, Robert 'Duckie' Carpenter, Maximillian Kesmodel, Denney Pierce, Sam Sarpong, Mark Swanson, Selwyn Ward
Produktionsland USA
Genre Drama, Krimi
Regie Tony Kaye
Produktion Jon Hess, John Morrissey
Drehbuch David McKenna
IMDB 8.5 (887789 Stimmen) Metascore 62
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Cover: American History X
Derek Vinyard, ein stark in der Szene aktiver, neonazistisch ausgerichteter Skinhead, stellt eines Nachts zwei Afroamerikaner, als sie sein Auto stehlen wollen. Er erschießt einen und ermordet einen zweiten brutal durch „Randsteinbeißen“. Derek erhält wegen „voluntary manslaughter“ (Totschlags) eine dreijährige Haftstrafe und avanciert endgültig zum Helden sowohl der lokalen Neonaziszene als auch seines jüngeren Bruders Danny, der ihn als Augenzeuge mit seiner Aussage deckt.

Drei Jahre später ist auch Danny fest in der Szene verankert. Nachdem er einen Aufsatz für die Schule provokativ unter dem Titel „My Mein Kampf“ verfasst hat, bekommt er vom afroamerikanischen Schulleiter Sweeney Einzelstunden. Verweigert er sich dem Einzelunterricht, wird er endgültig der Schule verwiesen. Der Unterricht wird von Sweeney unter die Überschrift „Amerikanische Geschichte X“ gestellt. Sweeney möchte Danny zum eigenständigen Denken anregen, am ersten Tag soll er daher einen ehrlichen Aufsatz über sein großes Vorbild Derek schreiben.

Dieser hat am selben Tag seine Strafe verbüßt und wird von der Familie am Gefängnis abgeholt. Er hat keine Glatze mehr, und sein Verhalten ist weniger konfrontativ; es wird klar, dass Derek sich von der Szene und ihrer Ideologie abgewandt hat. Vergeblich versucht er, Danny den Besuch eines Rechtsrock-Konzerts des älteren Neonazi-Anführers Cameron Alexander auszureden. Derek geht ebenfalls auf das Konzert, um Alexander, seinen früheren Mentor, über seinen Sinneswandel zu informieren und ihn von Danny fernzuhalten. Alexander will seinen ehemaligen Kronprinzen überreden, wieder einzusteigen, und will auch nicht von Danny lassen. Derek verliert daraufhin die Nerven, greift Alexander körperlich an und bringt damit seine alten Freunde gegen sich auf. Auch Danny reagiert wütend, woraufhin Derek ihm in einem langen abendlichen Gespräch die Gründe für seinen Einstieg und Ausstieg aus der Szene offenlegt.

Blick zurück in die Vergangenheit: In einem Gespräch am Esstisch der Familie Vinyard, in dem der noch jugendliche Derek von der Lektüre des Buches Native Son aus dem Englischunterricht erzählt, zeigt sein (später getöteter) Vater eine rassistische Grundhaltung. Er äußert sich negativ über die affirmative action der Behörden, die ihm an seinem Arbeitsplatz weniger qualifizierte afroamerikanische Kollegen zur Seite stellten, wobei bessere weiße Mitbewerber das Nachsehen hätten. Damit überzeugt er Derek, das Buch und die Lehren seines Englischlehrers nicht ernst zu nehmen.

Vater: „Tauschen wir jetzt alle guten Bücher gegen schwarze Bücher? […] So was musst du in Frage stellen, Derek. Du musst den Überblick behalten …“
Derek: „… weiß nicht, trotzdem. Ich weiß nicht. Dr. Sweeney, der macht einen so starken Eindruck, dass es schwer ist, nicht zuzuhören. Na ja, manches was er sagt, das ist vielleicht …“
Vater: „… das ist Blödsinn … “
Derek: „Ja … vielleicht manchmal …“
Vater: „Nein, nein, es ist Nigger-Blödsinn … das verstehst du, oder?“
Derek: „Ja …“

Wenig später wird Dereks Vater, von Beruf Feuerwehrmann, bei einem Einsatz von einem Schwarzen erschossen. Dieser Verlust bestärkt den haltsuchenden Derek in seiner rassistischen Grundeinstellung. Seine Bekanntschaft mit dem überzeugten Neonazi Alexander lässt Derek weiter in die Szene einsteigen. Alexander nutzt geschickt Dereks ausgeprägtes Charisma, um die jüngere Generation anzusprechen.

Erst während seines Haftaufenthalts durchschaut Derek, dass es Cameron nicht um Ideologie, sondern um persönliche Vorteile und den Ausbau der eigenen Macht ging. Dazu passt, dass die Neonazi-Gang (Aryan Brotherhood), an die Derek im Gefängnis schnell Anschluss findet, mit „Chicanos“ Handel treibt, um an Drogen für weiße Mithäftlinge zu gelangen. Angewidert wendet sich der idealistische Derek von der Aryan Brotherhood ab. Ohne sie wird er unterdrückt und vergewaltigt und ist den weißen Häftlingen im Gefängnis schutzlos ausgeliefert.

Bei der gemeinsamen Arbeit in der Wäscherei macht Derek zudem die Bekanntschaft eines Schwarzen, dem er zu vertrauen beginnt und gegenüber dem er nach und nach auftaut. Diesem Mitgefangenen hat er es offenbar auch zu verdanken, dass er das Gefängnis lebend verlassen kann, denn die nicht-weißen Häftlinge lassen ihn selbst nach seinem Austritt aus der AB in Ruhe. Nach seinem Gefängnisaufenthalt hat sich seine Idee von „Rasse“ daher grundlegend gewandelt.

Danny versteht nach dem Gespräch die Beweggründe seines Bruders, die beiden nähern sich einander wieder an. Nachts noch schreibt Danny den verlangten Aufsatz über seinen Bruder, sich selbst gegenüber ehrlich und mit einem versöhnlichen Grundton. Dereks Vorhaben, aus der Szene auszusteigen und auch seinen Bruder herauszuhalten, scheint also Erfolg zu haben. Am nächsten Morgen wird Danny jedoch von einem afroamerikanischen Mitschüler, dem er zu Beginn des Films entgegengetreten war, als dieser zusammen mit zwei anderen afroamerikanischen Schülern einen weißen Jungen verprügelte, auf der Schultoilette erschossen.

Der Abspann des Films wird mit einem gekürzten Zitat von Abraham Lincoln eingeleitet, der nicht namentlich als Urheber genannt wird. Es stammt aus seiner ersten Antrittsrede vom 4. März 1861:

“We are not enemies, but friends. We must not be enemies. Though passion may have strained it must not break our bonds of affection. The mystic chords of memory will swell when again touched, as surely they will be, by the better angels of our nature.”

„Wir sind keine Feinde, sondern Freunde. Wir dürfen keine Feinde sein. Leidenschaft mag die Bande unserer Zuneigung anspannen, aber zerreißen darf sie sie nicht. Die mystischen Klänge der Erinnerung werden ertönen, wenn – und das ist sicher – die besseren Engel unserer Natur sie wieder berühren.“


Quelle: Wikipedia - American History X


Andre Schneider