Frühling, Sommer, Herbst, Winter und Frühling

Bom yeoreum gaeul gyeoul geurigo bom drama, romance
Kinostart 28.05.2004
Schauspieler Kim Yeong-min, Kim Ki-duk, Ji Dae-han, Oh Yeong-soo, Seo Jae-kyeong, Choi Min, Park Ji-ah, Ha Yeo-jin, Kim Jong-ho, Kim Jung-young, Song Min-young
Produktionsland South Korea, Germany
Genre Drama, Liebe
Regie Kim Ki-duk
Produktion Karl Baumgartner, Lee Seung-jae
Drehbuch Kim Ki-duk
IMDB 8.1 (69749 Stimmen) Metascore 85
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Cover: Frühling, Sommer, Herbst, Winter und Frühling
Der Film erzählt die Geschichte eines Meisters – ein koreanischer, buddhistischer Mönch – und seines Schülers – ein Kind und Novize – als Kreislauf des Lebens und als Bildungsroman. Schauplatz des Filmes und Lebenswelt der beiden Einsiedler ist eine Floß-Klause auf einem See, der mitten zwischen bewaldeten Bergen gelegenen ist. Die Klause ist nur durch ein Tor am Ufer mit einem einzelnen Boot zu erreichen. Das Floß scheint bewegungslos dazuliegen, tatsächlich schwimmt und dreht es sich auf dem See, der von einer kaum sichtbaren Strömung bewegt wird und dessen Wasserstand immer wieder wechselt – eine Dynamik, die der Kamera und damit symbolisch dem Leben beider Menschen verwehrt bleibt.

Frühling

Aufgewachsen unter den Lehren des Meisters und in einer Welt des Glaubens und des Gebetes fährt der Junge mit dem Boot über den See, um allein in den Wäldern Kräuter zu sammeln. Eine Schlange nähert sich ihm, doch ohne Not ergreift er das Tier und wirft es von sich. Die erfolgreiche Selbstbehauptung gipfelt in einer freudigen und selbstsüchtigen Tierquälerei: Fisch, Frosch und Schlange werden unter den Augen des heimlich beobachtenden Meisters mit Kordeln an Steine gefesselt, die sie von nun an hinter sich herziehen müssen: Sie werden einem nun beschwerten Leben zurückgegeben.

Zur Buße bindet der Meister dem schlafenden Jungen seinerseits einen Stein auf den Rücken. Er soll die Tiere finden und von ihrer Last befreien, erst dann wird auch der Junge von seiner Last entbunden werden. Doch „wenn eines stirbt: der Fisch, der Frosch oder auch die Schlange, dann wirst du dein Leben lang diesen Stein auf deinem Herzen tragen“ – die erste Prophezeiung des Meisters. Wiederum unter den Augen des heimlich beobachtenden Meisters kann der Junge nur noch den Frosch lebend befreien. Unter den Tränen des Jungen wird der Stein zu einem Stein auf seinem Herzen.

Sommer

Eine Mutter bringt ihre gemütskranke Tochter zur Klause auf der Suche nach Heilung. Zwischen dem zum Jüngling gewachsenen Schüler und dem Mädchen entfachen sich zarte Liebe, dann stürmische Leidenschaft. Der Junge bricht mit seinem bisherigen Leben in dem Moment, als er die im Haus einzeln stehenden Türen nicht mehr benutzt, sondern einfach an ihnen vorbeiläuft – er wählt den einfachen Weg.

Der Meister versenkt das Boot, in dem das Liebespaar eingeschlafen ist. „Aus Begierde entsteht Abhängigkeit, und daraus erwachen Mordgedanken“ – die zweite Prophezeiung des Meisters. Er bringt das nun geheilte Mädchen zurück in die andere, die „echte“ Welt. Am nächsten Morgen folgt der Junge dem Mädchen nach.

Herbst

Auf dem Zeitungspapier, in das ein Reiskuchen eingewickelt ist, erkennt der Meister seinen ehemaligen Schüler – nun ein Mann von dreißig Jahren – wieder. Der Mann wird wegen Mordes an seiner Ehefrau, dem Mädchen, gesucht. Zurück bei seinem Meister, der ihn schon erwartet, klagt er, dass das Mädchen ihm die versprochene Treue versagt hat. Auch nach dem Mord ist er voll Wut und Hass, dem der Meister begegnet mit „Das weltliche Leben ist aber so, da heißt es lernen loszulassen. Das, was dir gefällt, gefällt auch anderen.“ Im Wald bzw. am See entlädt sich – wie einst im Frühling unter den Augen des heimlich beobachtenden Meisters – die Wut des ehemaligen Schülers in sinnloser Zerstörung, ohne Hoffnung, das seelische Gleichgewicht wiederzufinden.

Der Meister schlägt den ehemaligen Schüler mit einem Stock, nachdem dieser versucht hatte, sich umzubringen und bereitet sodann die Buße vor, indem er Auszüge aus dem Herz-Sutra (das – in buddhistischer Weisheit – Form und Inhalt als nicht-duale Einheit offenbart) mit dem Schwanz der Katze auf das Floß schreibt, während sich der Junge mit Hilfe des Messers, an dem noch das Blut des Mädchens klebt, die langen Haaren abschneidet. „Selbst wenn du andere einfach umbringst, dich kannst du nicht so einfach töten. Schneide diese Zeichen mit dem Messer aus, Zeichen für Zeichen wirst du damit die Wut aus deinem Herzen herausschneiden.“

Zwei Kommissare treffen ein, um den Mörder seiner weltlichen Strafe zuzuführen; zunächst darf er jedoch seine Arbeit zu Ende führen, wonach er vor Erschöpfung zusammenbricht. Die Ausgewogenheit dieses Ortes der Spiritualität bringt auch die beiden Kommissare zu innerer Ruhe: sie helfen dem Meister die ausgeschnitzten Schriftzeichen auszumalen. Dann ist es Zeit, den Mörder seiner weltlichen Strafe zuzuführen, nachdem auch seine Seele wieder im Gleichgewicht ist.

Das innere Gleichgewicht des Meisters dagegen ist zerstört. Kraft seiner Gedanken hält er das fahrende Boot an, da er die endgültige Trennung von seinem Schüler nicht akzeptiert. In Anerkennung seines Versagens verbrennt er sich selbst auf einem Scheiterhaufen, den er in seinem Boot errichtet hat. Das Boot geht in Flammen unter, und er ersteht als Schlange wieder auf, die in der Klause fortlebt.

Winter

Nach dem Verbüßen der Strafe kehrt der Novize in das Tal zurück. Der See ist vereist, die Hütte ist leer bis auf eine Schlange, die sich auf dem Boden ringelt. Der Novize beginnt mit einem intensiven Selbststudium, um die Einheit von Körper und Geist zu erreichen und selbst zum Meister zu werden. Eine vermummte Frau bringt ihr kleines Kind zum Meister, um ihm unter größtem Leid und Schmerz das junge Leben anzuvertrauen – ihr einziger Ausweg. Die Frau flieht in die Nacht und ertrinkt, als sie in ein Eisloch fällt.

Der neue Meister tauscht den Stein, der seit dem Frühling auf seinem Herzen lastet, gegen einen echten Mühlstein aus, den er hinter sich her den Berg hinauf zieht, er schleppt auch eine bronzene Buddhafigur aus der Hütte mit sich. Erinnerungen an Fisch, Frosch und Schlange tauchen in ihm auf. Auf dem Gipfel des Berges platziert er die Statue auf dem Mühlstein und schaut hinunter auf den See und die Hütte.

… und Frühling

Aufgewachsen unter den Lehren des neuen Meisters obsiegt auch in dem jungen Schüler die Selbstsucht, als er in Freude und Verzückung sinnlos eine Schildkröte quält. Er zwängt Steine in die Münder von Fisch, Frosch und Schlange, und damit tötet er sie. Diese Tötungsszenen sind nicht in der deutschen Fassung des Films zu sehen.


Quelle: Wikipedia - Frühling, Sommer, Herbst, Winter und Frühling


Andre Schneider