Gasse im ehemaligen Judenviertel von Sevilla
Die enge Gasse gehört zum historischen Zentrum von Sevilla, dessen ehemaliges Judenviertel als Barrio Santa Cruz bekannt ist und zu den dichtesten Altstadtbereichen Europas zählt. Charakteristisch für andalusische Altstädte sind weiß getünchte Fassaden, hohe schmale Häuser und eine unregelmäßige Straßenführung, die teils auf maurische und ältere römische Stadtstrukturen zurückgeht; die Enge spendet im Sommer Schatten. Vor den Fenstern sitzen schmiedeeiserne Gitter, sogenannte Rejas, die in Südspanien traditionell der Belüftung bei gleichzeitiger Wahrung der Privatsphäre dienen und häufig mit kleinen Balkonen verbunden sind. Hinter den Haustüren liegen begrünte Innenhöfe (Patios), über die die Räume belüftet und gekühlt werden; Topfpflanzen an den Eingängen greifen dieses Prinzip auf. Ein Schild verweist auf eine Pensión, wie sie im Viertel mit dem Aufkommen des Tourismus zahlreich entstanden; bis zur Vertreibung der jüdischen Gemeinde 1492 war das Gebiet deren Zentrum.