„Le Saigon“ in Marseille
Geschwungene Vordächer mit Ziegeldeckung, ein rotes Balkongeländer mit geometrischem Gitterwerk und Türen, deren Sprossen ein chinesisches Ornamentmuster aufgreifen. Das vertikale Schild nennt den Namen „Le Saigon“; die beiden chinesischen Schriftzeichen an der Wand ergeben in traditioneller Leserichtung von rechts nach links 西貢, die chinesische Bezeichnung für Saigon, was zum Schildnamen passt. Derart gestaltete Fassaden finden sich häufig bei asiatischen Restaurants in europäischen Hafenstädten, und Marseille mit seiner langen Einwanderungsgeschichte ist dafür ein naheliegendes Beispiel. Die geschwungenen Dächer zitieren Formen der chinesischen Tempel- und Pagodenarchitektur, ohne dass das Gebäude selbst ein Sakralbau wäre.